• 10 Gründe, nicht aufs Land zu ziehen

    Manchmal ist das Landleben ein großer Haufen Mist.

    Manchmal ist das Landleben ein großer Haufen Mist.

    Neulich habe ich die 10 Gründe, aufs Land zu ziehen, genannt, heute will ich mit der romantisch verklärten Sicht aufs Land Schluss machen. Denn das Leben auf dem Land ist keinesfalls so idyllisch, wie es die boomenden Land- und Zurück-zu-den Wurzeln-Zeitschriften gern behaupten. Es gibt hier eine Menge Probleme und die beeinflussen das Leben der Landbewohner. So wohnen immer weniger Menschen in ländlichen Regionen, was naturgemäß Auswirkungen auf die Infrastruktur hat. Deshalb hier meine 10 Gründe, nicht aufs Land zu ziehen. Soll keiner sagen können, ich hätte ihn nicht gewarnt.

    1. Man braucht ein Auto. Unbedingt! Als ich vor 18 Jahren aufs Land zog, war ich so naiv zu glauben, ich käme mit dem Fahrrad, einem Fahrradanhänger und öffentlichen Verkehrsmitteln überallhin. Pustekuchen! Der Bus fährt nur einmal die Stunde, ist dann fast eine Stunde in die nächstgrößere Stadt unterwegs und verkehrt nur bis abends um 21.00 Uhr (und das ist schon vergleichsweise lange!).

    2. Kinder haben einen langen Schulweg und müssen schon ab Klasse 1 mit dem Bus fahren. Klar gewöhnen sie sich daran. Es ist nichtsdestotrotz eine weitere Belastung, zusätzlich zu den langen Schulzeiten und vollgestopften Stundenplänen. Und ab einem gewissen Alter beschweren sich die Kinder, dass sie lange fahren müssen, um ihre Freunde zu treffen oder überhaupt etwas außerhalb des Dorfs zu unternehmen.

    3. Der nächste Arzt ist gern mal eine halbe Stunde (mit dem Auto natürlich) entfernt. Für die Fahrt zum augenärztlichen Notdienst abends und an den Wochenenden braucht man bei uns sogar 1,5 Stunden. Kann man dann nicht Auto fahren, weil man nichts sieht (wozu braucht man denn sonst wohl den augenärztlichen Notdienst?), ist man angeschmiert …

    4. Die kulturellen Angebote sind – drücken wir es freundlich aus – begrenzt. Vor Kurzem hat sogar das Kino in der Kreisstadt seine Pforten für immer geschlossen. Naja. Immerhin gibt es Video-on-demand.

    5. Einen Arbeitsplatz im Wohnort zu finden, ist eine Utopie. Die meisten Menschen pendeln (mit dem Auto natürlich) zu ihrem Arbeitsplatz – manche nehmen lange Wegstrecken in Kauf. Aber: Das ist in den größeren Städten nicht viel anders. Allerdings gibt es in den ländlichen Regionen weniger Arbeitsplätze. Wechseln, ohne umzuziehen, ist also nicht so leicht.

    6. Gleichgesinnte für mehr oder weniger exzentrische Hobbys zu finden, ist nicht einfach. Sogar fürs Karatetraining oder andere sportliche Aktivitäten, die übers Fußballspielen hinausgehen, muss man schon wieder etliche Kilometer zurücklegen. Zum Glück gibt es das Internet, wo man sich in Spezialforen über sein Hobby austauschen kann.

    7. Die frische Landluft ist nicht immer frisch.

    8. Der Eigenanbau von Obst und Gemüse macht Arbeit. Viel Arbeit. Und danach kommen immer die Schnecken …

    9. Wer nur wenig mit sich selbst anfangen kann und gern unter vielen Menschen ist, hat auf dem Land Probleme.

    10. Es fliegen mehr Pollen als in der Stadt.

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