• Geschichten und Pressetexte schreiben: der Einstieg

    So kann man natürlich auch in einen Text einsteigen.

    So kann man natürlich auch in einen Text einsteigen.

    Texte bestehen aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss. Das ist ein Gesetz. Sagen die Schulen.

    Pustekuchen! Viele interessante, spannende und informative Texte – Geschichten, Pressemitteilungen, Reportagen, Berichte – waren und sind eben gerade nicht nach diesem Schema aufgebaut.

    Mit einem Sprung in die Geschichte

    Krimis, Thriller, aber auch andere Romane beginnen heute kaum noch damit, dass das Setting oder die Hauptpersonen in epischer Breite eingeführt werden. Stattdessen tauchen die Lesenden meist direkt in die Geschichte ein. Viele Krimis starten mit der Straftat – dem Mord oder was auch immer. Oder mit einer Szene aus dem Leben des Ermittlers (gern genommen: der Alkoholexzess des depressiven skandinavischen Kommissars), die die klassische Vorstellung der Person ersetzt, die uns aber ein erstes und – ganz wichtig – ein eigenes Bild von ihr verschafft.

    Eine Einleitung nach den Vorgaben des Deutschunterrichts ist das aber nicht. Und das ist auch gut so. Denn mitten in die Geschichte hineinzuspringen, erzeugt meist mehr Spannung. Vorausgesetzt, die Story nimmt ihren Anfang tatsächlich an dem Punkt, an dem etwas Wesentliches passiert.

    Etwas Wesentliches? Ja genau. Etwas Wesentliches. Damit meine ich nicht etwa ellenlange Beschreibungen von Landschaften, von Wohnungseinrichtungen oder von Personen, die den Zweck haben, eine bestimmte Atmosphäre zu vermitteln. Sondern den Punkt, an dem die eigentliche Geschichte ihren Anfang nimmt. Oft ist es sogar noch besser, die Geschichte an einem späteren Punkt beginnen zu lassen. An einem Punkt, an dem sie bereits an Fahrt aufgenommen hat.

    Ein Beispiel:

    Das kratzende Geräusch kam näher. Ella durfte sich nicht umdrehen. Sonst würde sie einen Teil ihres ohnehin viel zu geringen Vorsprungs einbüßen. Sie musste rennen. Schneller. Nein, das war zu langsam. Noch schneller …

    Würde diese Szene mit der Beschreibung einer unheimlichen Umgebung beginnen oder mit der Information, vor wem Ella flieht, wäre sie weit weniger spannend. So jedoch sind die Lesenden mittendrin im Geschehen (an Schulen würde man sagen „im Hauptteil“), können mit Ella mitfiebern und rätseln, wovor sie flieht. Und –  siehe da – schon hat der Autor/die Autorin den Fisch, pardon, den Lesenden am Haken. Weshalb Sätze, die die Neugier wecken und zum Weiterlesen animieren, auch als Hook (Haken) bezeichnet werden.

    Pressetexte spannend beginnen

    Die Sache mit dem spannenden Einstieg ist natürlich nicht nur für Geschichten, sondern auch für andere Textarten von Bedeutung. Zum Beispiel für Presseberichte. Wer über die Jahreshauptversammlung des Kaninchenzüchtervereins schreibt, kann seinen Artikel zwar damit einleiten, dass Kuno Schmitt, der Vereinsvorsitzende, die Versammlung um 20.30 Uhr eröffnet. Aber wer liest dann weiter? Nur Menschen, die eine persönliche Beziehung zu Kuno oder den Kaninchen oder unglaubliche Langeweile und das Datenvolumen ihres Smartphones verbraucht haben.

    Wecken die ersten Sätze jedoch Interesse, werden Berichte von Vereinen, Verbänden, Firmen oder Institutionen schneller veröffentlicht und LeserInnen nehmen sie eher wahr:

    Gizmo, der 4 kg schwere Rammler, war der heimliche Star der Jahreshauptversammlung des Kaninchenzüchtervereins „Flinke Pfote“. Nachdem Züchter Heini Halle (47) seinen preisgekrönten Kaninchenbock vorgestellt hatte, riss Gizmo sich los und hoppelte durch den Saal der Gaststätte „Grüne Möhre“ in Fabelhausen …

    Genauso gut kann man mit dem umstrittensten Beschluss der Versammlung (z. B. der Erhöhung der Mitgliedsbeiträge) oder anderem Bemerkenswerten (dem größten Erfolg des Vorjahres) in den Text einsteigen. Danach ist immer noch genug Zeit, über den Rest des Abends, über Ehrungen, Rück- und Ausblicke zu berichten. Doch bitte auch hier: Unbedeutendes lieber weglassen. Natürlich werden auch so noch immer nicht alle Zeitungsleser den Artikel über die „Flinke Pfote“ lesen, doch ein interessanter Einstieg erhöht nicht nur die Chance dafür, sondern auch den Bekanntheitsgrad des Vereins.

    Eins aber sollte man bei Texten für die Presse immer beachten: Die wichtigsten Fragen müssen gleich zu Anfang beantwortet werden: Worum geht es? Wann und wo fand das Ganze statt und warum? Und wer war beteiligt? Doch dazu mehr in einem späteren Artikel.

    Selbstverständlich zeige ich Ihnen und Ihrem Unternehmen, Ihrem Verein oder Verband gern auch persönlich, wie Sie Texte für die Presse so schreiben, dass sie gedruckt und gelesen werden. Oder Sie engagieren mich fürs Schreiben und Verteilen Ihrer Texte an die Presse. Rufen Sie mich unter 05533 – 2627 an oder schicken Sie mir eine Mail an sh@simone-harland.de – ich freue mich auf Ihre Nachricht!

     

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