• Gummistiefel-Verschwörung reloaded

    Der Gummistiefel als schnelllebiger Verbrauchsartikel

    Der Gummistiefel als schnelllebiger Verbrauchsartikel

    Der Regen fällt, der Stiefel hält. Oder so. Tatsächlich haben meine Reifenfirma-Gummistiefel (siehe „Die große Gummistiefel-Verschwörung“) es bis heute geschafft: Sie, pardon, ich laufe und laufe und laufe und laufe – in ihnen. Ohne nasse Füße zu kriegen. Ein Hoch auf die zwar nicht besonders modischen, dafür aber robusten Fußtrockenhalter!

    Doch so ab Anfang November fehlte mir in diesen Gummistiefeln was. Nämlich das wärmende Innenfutter. Nachdem sich die Farbe meiner Füße nach dem Spazierengehen mehr und mehr der meiner azurblauen Stiefel anpasste, musste etwas passieren. Ich habe zwar noch ein Paar Wintergummistiefel aus dem vorigen Jahr – ebenfalls aus dem Laden für Landwirtschaftsbedarf –, doch an ihnen hat mich schon im letzten Winter etwas gestört: Dass neben meinen Füßen auch das Innenfutter jedes Mal einen neugierigen Blick nach draußen warf, wenn ich die Stiefel auszog. Hinterher durfte ich es dann wieder mühsam in die Stiefel hineinquetschen. Unter lautem Geschimpfe, versteht sich. Zog ich die Stiefel anschließend wieder an, konnte ich sicher sein, dass irgendeine Naht oder Stoffnase sich nicht mehr an der richtigen Stelle befand und beim Laufen störte. Ein erneutes Ausziehen der Stiefel kam in diesem Fall nicht infrage, das hätte die Sache – verständlicherweise – nur verschlimmert. Mussten meine Zehen eben solange im Stiefel herumfuhrwerken, bis das Innenfutter den Fuß wieder passgenau umschloss. Bis zum nächsten Ausziehen …

    Da kam es mir gerade recht, dass ein Discounter in der Nähe Gummistiefel im Angebot hatte, deren Innenfutter mit der Gummischicht verklebt war. Gut gefiel mir auch, dass die Stiefel oben am Schaft weit geschnitten waren, sodass ich problemlos mit allen möglichen Hosen hineinschlüpfen konnte, ohne dass sich die Hosenbeine nach oben schieben. Gerade im Winter ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Jedenfalls wenn man Gummistiefel im Freien anzieht (da bekommt das Wort Eisbein nämlich schnell eine neue Bedeutung). Okay, je weiter der Schaft, umso größer ist auch die Gefahr, dass es in die Stiefel hineinregnet oder -schneit. Doch daran dachte ich beim Kauf nicht, denn ganz ehrlich: Irgendwie fangen meine Beine den Regen/Schnee immer vorher ab.

    Ich nahm die Stiefel also mit. Ich hätte es besser wissen müssen. Vorgestern habe ich die Stiefel an der Rückenschweißnaht zum ersten Mal mit Aluminiumklebeband verschlossen. Dort war der Stiefel aufgeplatzt. Doch das Klebematerial, das laut Werbung für die feste Verbindung von Isoliermaterialien geeignet sein soll, hielt die Stiefelrückseite nur einen Tag zusammen. Dann löste es sich und verschwand im Nirvana. Jetzt steh ich da mit meinen gerade mal zwei Monate alten Gummistiefeln. Ihr Innenfutter ist zwar schön warm, doch durch das Loch in der Naht zieht es wie Hechtsuppe (und Hechtsuppen ziehen lange).

    Werde ich wohl meine anderen Gummistiefel wieder ausmotten und Fußgymnastik betreiben. Hat ja auch was Gutes: Solche Bewegungen machen mein Fuß und meine Zehen sonst nie. Bleiben wenigstens alle Gelenke beweglich und rosten nicht mangels zu geringer Beanspruchung ein. Und vielleicht schreibe ich demnächst einen Bestseller: „Fußgymnastik mit Gummistiefeln“.

    Post Tagged with

4 Responsesso far.

  1. Martina Walter sagt:

    Liebe Simone,
    manch einer braucht erst ein Rezept vom Hausarzt, um sich unter fachmännischer Anleitung zu bewegen. Immer positiv denken, und allem etwas Gutes abgewinnen. Das sind tolle Eigenschaften, die ich an dir sehr schätze.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein angenehmes und entspanntes Weihnachtsfest!
    Liebe Grüße
    Martina

  2. […] Aber gerade zur Winterzeit (die ja glücklicherweise vorbei zu sein scheint) sind bei kräftigen Minusgraden selbst meine gefütterten Gummistiefel nicht warm genug. Außerdem soll man ja der Fußgesundheit wegen auch mal andere Schuhe tragen. Selbst wenn man sich in Sachen Fußfitness sonst mit Fußgymnastik behilft. […]

  3. Yvonne sagt:

    So sehen viele meiner Gummistiefel auch aus.Weil ich was gegen permanentes Müllproduzieren habe,trage ich sie sommersüber einfach weiter.Es wird nach einigen Pfützen meistens schnell nass drinnen,aber so wird wenigstens das heftige Schwitzen vermieden. Irgendwas ist ja immer. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.